Hey!
Ich bin Carla. 33 Jahre alt, Mutter, Freundin, Partnerin, Autistin mit ADHS, Frau und ewig Suchende.
Meine Reise zu mir mit Embodiment begann zwei Jahre nach der Geburt meines Sohnes. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon einiges gemacht in meinem Leben. Ich war Erzieherin, Sozialpädagogin, Mütterpflegerin und habe immer wieder neue Ausbildungen und Projekte gestartet. Ein Herzensprojekt war dabei vor allem die Mütterpflege, bei der ich frisch gebackene Mütter auf ihrem Weg in ihre Mutterschaft begleiten durfte. Es hat mir so unglaublich viel Freude bereitet und Sinn gegeben, den Frauen das zu schenken, was ich mir selber so sehr gewünscht hätte in meinem eigenen Wochenbett und in der Anfangszeit mit meinem Baby. Einen Raum zu kreieren, in dem sie einfach sein können und in dem keine Anforderungen und Erwartungen an sie gestellt werden. Das war es, was meine Arbeit ausgemacht hat.
All die Jahre war da aber etwas, das ich nie verstehen und nie greifen konnte. Immer wenn ich zu Hause war, war da eine riesige Erschöpfung. Eine große Leere und Sinnlosigkeit. Ich wollte doch immer so viel vom Leben. Ich hatte die tollsten, größten und kreativsten Ideen und Visionen. Aber ich konnte sie nicht umsetzen. Mein Körper machte nicht mit. Ich fühlte mich so oft, wie in Watte gepackt, mein Körper war schwer. Die meiste Zeit war ich erschöpft, immer bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich wieder funktionieren musste. Ich setzte eine Maske auf und machte weiter. Bis irgendwann der Punkt kam, an dem mein bisheriges Leben zusammenbrach und ich wusste, dass ich etwas verändern muss. Ich fing an, mich mit mir selbst und meiner Geschichte zu befassen. Hier begann meine Reise mit Embodiment. Ich machte Coachings und integrierte viel in meinen Alltag. Ich fing langsam an, all die Gefühle, die ich schon mein Leben lang so intensiv gefühlt hatte, immer weniger zu unterdrücken und sie wirklich zu fühlen. Wenn auch teilweise noch alleine für mich. Ich erkannte, dass ich lange Zeit Angst vor meinen Gefühlen hatte, vor allem, weil sie im Außen nie gehalten werden konnten. Und ich durfte die Erfahrung machen, dass es mir jedes Mal besser ging, wenn ich sie zuließ und sie durchfühlte. Auch wenn dabei, die Widerstände vor diesen Gefühlen abzubauen, teilweise die größte Herausforderung und Anstrengung war.
Ich fand mehr zu mir, erkannte, dass ich viel mehr war, als ich immer gedacht hatte und als mir erzählt wurde. Ich wollte unbedingt mehr über Embodiment lernen, erfahren und erleben. Es war zu einem unglaublichen Tool geworden, das mich immer wieder in Verbindung mit mir brachte. Diese Verbindung, nach der ich mich so lange gesehnt hatte.
Ich kam also mehr in Verbindung mit mir, wurde achtsamer mit meinem Körper und meinen Emotionen, aber gleichzeitig war da immer noch diese große Erschöpfung und Schwere, wenn ich mit meinem Kind zusammen war. Und immer wieder eine unglaubliche Ohnmacht, weil das Verhalten meines Kindes mich so sehr herausforderte, mich an meine Grenzen brachte. Ich hatte das Gefühl, dass ich keine Kontrolle über mein Leben und den Alltag mit meinem Kind hatte. Es gab so viel Widerstand, Wut, Verzweiflung. So hatte ich mir das Leben als Mutter nicht vorgestellt. Dass ich es mir rosiger ausgemalt hatte als es tatsächlich ist, war mir schon lange klar. Aber so?! Ich hatte keine Freude und keinen Spaß, wenn ich mit meinem Kind zusammen war. Es war einfach nur anstrengend und herausfordernd. Und die Schuldgefühle kickten: „Was macht es mit meinem Kind, wenn es mit dem Gefühl groß wird, einfach immer nur anstrengend zu sein?!“. Ich verstand nicht, in welchem Strudel aus Projektionen, Gefühlen und Traumata wir uns befanden und erst recht nicht, wie wir dort rauskommen könnten. Gleichzeitig fehlte mir ein passendes Puzzlestück, das ich nicht sehen und greifen konnte. Ich hatte alles versucht. Ich wusste und spürte, dass da noch etwas war, das ich einfach nicht sehen konnte. Mein Partner fragte mich in dieser Zeit: „Carla, wenn dieses fehlende Puzzlestück sehr schmerzhaft für dich wäre, aber es dir die Wahrheit zeigen würde, würdest du es dann wirklich haben wollen?“. Meine Antwort war ganz klar „JA“! Kurze Zeit später bekam ich dieses Puzzlestück und es zerfetzte mich mehr, als ich erwartet hatte. Ab und zu zweifelte ich an meiner Entscheidung, der Wahrheit ins Auge geblickt zu haben, doch heute kann ich rückblickend sagen, dass es sich gelohnt hat und es absolut notwendig war, um wieder mit meinem Kind in Verbindung zu kommen.
Während dieser Reise mit mir selbst, schenkte mir das Leben einige Erlebnisse, auf die ich damals sehr gerne verzichtet hätte, die mir aber aufzeigen sollten, was ich selber schon lange vergessen hatte und mich zurück zu der Kraft brachten, die ich vor langer Zeit angefangen hatte von mir zu trennen und zu unterdrücken. Glücklicherweise bekam ich dabei Unterstützung und Begleitung durch andere Embodiment Coaches und die Menschen, die ich heute als meine Wahlfamilie bezeichnen würde. Auch die Mentorship bei Kathrin Borghoff startete kurze Zeit später. Genau zu dem Zeitpunkt, als sich mein Leben erneut einmal komplett drehte und mich durchrüttelte. Ich begann einen neuen Sinkflug, holte mir Unterstützung an meine Seite, verstand meine Geschichte. Nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit meinem Körper. Vieles was ich mir vorher mit meinen Gedanken und meinem Verstand erklären konnte, durfte einige Schichten tiefer sinken. Mein Körper war dabei meine beste Freundin. Ich verstand, dass sie nie gegen mich war und noch nie gegen mich gearbeitet hatte. Und das, obwohl ich doch immer so wütend gewesen war auf meinen Körper und ich versucht hatte, ihn zum funktionieren zu bringen. Ich verstand, wie weise mein Körper war und wie er zu mir sprach, schon sehr, sehr lange, aber ich nicht die Tools hatte, ihm wirklich zuzuhören. Ich arbeitete gegen ihn und das wobei er doch immer für mich arbeitete. Ich fing an, mich wieder mit meinem Körper anzufreunden und mit meinen Nervensystemzuständen zu arbeiten. Mein Körper wurde zu meinem größten Tool.
Gleichzeitig ging ich in die Diagnostik und bekam im Abstand von 8 Monaten die Diagnosen ADHS und Autismus. Auch damit durfte ich noch eine große Schleife drehen, meine Geschichte nochmal erneut einordnen und konnte mich selber nun endlich noch besser verstehen und erkennen und akzeptieren, was meine wahren Bedürfnisse sind.
Während dieser Reise durfte ich die Erfahrung machen, dass ich und niemand sonst, alleine bleiben muss. Diese Erfahrung echter Gemeinschaft, echter Schwesternschaft ist so tief gegangen, dass mein leeres Herz sich füllen durfte. Ich habe Sicherheit und Stärke in mir gefunden, genau so wie eine Klarheit über meine Werte.
Heute gehe ich raus und stehe ein.
Für mein Kind. Für mich. Für dich.
Für eine neuroaffirmative Welt, in der neurodiverse Menschen so akzeptiert und unterstützt werden, dass ihre Unterschiede nicht als Defizite, sondern als wertvolle Ausdrucksformen menschlicher Vielfalt gesehen werden.
Für eine Welt, in der Kindern auf Augenhöhe begegnet wird.
Für eine Welt, in der niemand alleine bleiben muss.
Für dich als Frau oder einfach Mensch, in deiner ganzen Größe, Schönheit und Stärke.
Für die Verbindung zwischen dir und deinem Kind.
Für deine Mutterschaft, die du wieder genießen sollst.